570.000 Euro: Universität Hohenheim erhält Landesförderung für noch mehr Gründungskultur

Landesprogramm „Erfolgreiches Studieren“ finanziert „HOMA! Hohenheim macht!“ / Gutachter: „Vorgelegtes Konzept gut durchdacht und fundiert“
Geld über drei Jahre für Gründergeist und unternehmerisches Denken: So prämiert das Land Baden-Württemberg „Hohenheim macht!“. Die Gutachter befanden das Konzept der Universität Hohenheim als würdig, „Studierenden Lust auf die Gründung von Unternehmen zu machen und die dafür nötigen Kompetenzen zu vermitteln“, wie es im Ausschreibungstext heißt. Mit „HOMA!“ werden Studierende der Universität Hohenheim vielfältige Unterstützungsangebote erhalten, um vor allem unternehmerische Projekte vor dem Hintergrund des Universitätsschwerpunkts Bioökonomie zu verwirklichen.

 

Gründung von Start-ups unterstützen: Das ist das erklärte Ziel der Landesregierung. Das Wissenschaftsministerium fördert deshalb mit dem Wettbewerb „Gründungskultur in Studium und Lehre“ unternehmerisches Denken Studierender. Der Wettbewerb fand im Fonds „Erfolgreiches Studieren“ statt.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer erklärte: „Unser gesellschaftlicher Wohlstand gründet sich auf permanenter Erneuerung, auf Verbesserung unserer Prozesse, auf die Entdeckung neuer Verfahren und Herangehensweisen. Wir wollen dazu beitragen, dass junge Menschen unsere Hochschulen als Persönlichkeiten verlassen, die mutig genug sind, etwas Eigenes zu machen und klug genug, damit Erfolg zu haben.“

Hohenheim macht Unternehmer-Persönlichkeiten

Von 2016 an gehen jährlich rund 190.000 Euro für drei Jahre aus dem Wettbewerb nach Hohenheim an „HOMA! – Hohenheim macht!“. Der federführende Wissenschaftler ist Prof. Dr. Andreas Kuckertz vom Fachgebiet Unternehmensgründung und Unternehmertum der Universität Hohenheim: „Mit HOMA! werden wir der Kreativität und dem Tatendrang der Studierenden der Universität Hohenheim einen passenden Kanal geben, um Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erlebbar zu machen.“

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Landesregierung mit unserem fakultätsübergreifenden Konzept überzeugt haben“, erklärt Prof. Dr. Kuckertz. Das Konzept sieht drei Bausteine vor:

1. Im ersten Schritt wird die bereits stark ausgeprägte Gründungskultur an der Universität Hohenheim gestärkt, indem studentische Initiativen wie beispielsweise „Startup Hohenheim“ (www.startup-hohenheim.de) intensiver gecoacht werden und die erfolgreiche „Startup Garage Hohenheim“ universitätsweit ausgerollt wird (www.startup-garage.eu).

2. Darauf aufbauend identifiziert ein Technologiescouting wissenschaftliche Entdeckungen mit Gründungspotenzial aus den agrar- und naturwissenschaftlichen Fakultäten; Studierende haben dann in extracurricularen Veranstaltungen die Möglichkeit, eigene Gründungsprojekte basierend auf diesen Technologien zu entwerfen und umzusetzen („Student2Patents“).

3. Schließlich kommunizieren die regelmäßige Veranstaltung eines „Biopreneurshiptags“ und ein „Startup Weekend Bioökonomie“ Gründungskultur und die Potenziale der Bioökonomie für mehr Unternehmertum breitenwirksam.

„Bioökonomie ist die Lösung vieler drängender Probleme – junge Unternehmer werden mit ihren Geschäftsideen einen großen Anteil zu dieser Lösung beitragen“, erklärt Prof. Dr. Kuckertz. „Unser Angebot richtet sich dabei an Bachelor- bis Promotionsstudierende aus allen Hohenheimer Fakultäten.“

Hochschulweite Ausrichtung auf Bioökonomie

„HOMA!“ leistet durch seine fakultätsübergreifende Ausrichtung einen Beitrag zum thematischen Universitätsschwerpunkt Bioökonomie. Als Bioökonomie wird die notwendige Wirtschaftsweise der Zukunft verstanden, die fossile Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt und so neue Produkte und neue Produktionsverfahren möglich und notwendig macht. Die Bioökonomie adressiert damit drängende Probleme, auf die insbesondere auch Unternehmensgründer innovative Antworten geben.

Hohenheimer Gründungskultur seit 2002

„HOMA!“ baut auf etliche bereits bestehende Angebote der Universität Hohenheim auf, wie z.B. der regelmäßig ausgerichteten PUSH! Camps Challenge, der Existenzgründungsberatung oder dem Management-Projekt „Student2Startup“. Eine universitätsweite Gründungskultur zu etablieren, daran arbeitet die Universität Hohenheim bereits seit 2002. Zu diesem Zeitpunkt richtete sie mit Mitteln der Karl-Schlecht-Stiftung den Stiftungslehrstuhl Entrepreneurship Hohenheim (SEH) ein. Er wurde 2012 in das Fachgebiet Unternehmensgründung und Unternehmertum überführt und wird seither von Prof. Dr. Kuckertz geleitetet.

HINTERGRUND:
Landesausschreibungen und Gründungskultur-Konzept der Universität Hohenheim

Mit ihrem Fonds „Erfolgreich Studieren“ fördert das Wissenschaftsministerium innovative Projekte der Hochschulen, um „der Heterogenität der Studierenden gerechter zu werden, den individuellen Studienerfolg zu befördern und die Neugierde auf wissenschaftliches Denken zu unterstützen“. Der Fonds enthält insgesamt 100 Mio. Euro für fünf Jahre. Er speist sich aus einem Teil der Finanzmittel aus dem Hochschulpakt 2020, aufgestockt durch weitere Landesmittel. Das Geld wird über mehrere Wettbewerbe vergeben, von denen bislang zwei stattfanden.

Im Wettbewerb „Gründungskultur in Studium und Lehre“ setzt das Wissenschaftsministerium eine Fördermaßnahme auf, die dazu beitragen soll, Studierenden Lust auf die Gründung von Unternehmen zu machen und die dafür nötigen Kompetenzen zu erwerben. Es geht um die Vermittlung einer Haltung, die mit den Begriffen „Gründerkultur“, „Gründergeist“ oder auch „unternehmerischem Denken“ umschrieben wird. Damit möchte das MWK die Neigung von Studierenden zu Unternehmensgründungen insbesondere im Technologiebereich fördern. Für dieses Programm stehen im Zeitraum 2016 bis 2019 insgesamt 6 Mio. Euro zur Verfügung. Förderfähig sind Personal- und Sachkosten sowie Kosten für Investitionen in Höhe von maximal 600.000 Euro pro Hochschule.

Das Hohenheimer Projekt „HOMA! Hohenheim macht!“ stärkt die Gründungskultur der Universität Hohenheim und setzt einen Schwerpunkt auf Unternehmensgründungen aus der Bioökonomie. Alle drei Hohenheimer Fakultäten (Natur-, Agrar- und Wirtschaft- & Sozialwissenschaften) wirken an der Umsetzung von drei Arbeitspaketen mit, die darauf zielen, bestehende Gründungskultur nachhaltig zu stärken, forschungsorientierte Gründungsprojekte in der Lehre zu forcieren sowie Gründungskultur breitenwirksam zu kommunizieren.

Kontakt für Medien:

Prof. Dr. Andreas Kuckertz, Universität Hohenheim, Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum (Entrepreneurship)
T 0711 459-24820, E andreas.kuckertz@uni-hohenheim.de

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